Lange Zeit durch die Norm EN 381 charakterisiert, sind die Schnittschutz-Kleidung für Forstarbeiten im Zusammenhang mit der Verwendung von Handsägen und Kettensägen nun nach EN ISO 11393 zertifiziert. Seit dem 19. November 2021 müssen alle neuen Zertifizierungen nach der Norm EN ISO 11393 anstelle der Norm EN 381 konzipiert werden. Daher mussten die Zertifizierungsstufen von der alten zur neuen Norm angepasst werden, wobei einige Änderungen vorgenommen wurden.
Inhaltsverzeichnis:

Die Schnittschutz-Kleidung für Kettensägen sind PSA der Kategorie III, die vor tödlichen Risiken und irreversiblen Verletzungen schützen. Sie werden für alle Holzfäller-, Entbuschungs- oder Baumschnittarbeiten empfohlen, die den Benutzer Schnitt- und Trennrisiken aussetzen. Die Forstberufe und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten sind daher direkt betroffen und die Verwendung dieser persönlichen Schutzausrüstung ist bei der Verwendung einer Kettensäge obligatorisch.
Die Ausrüstung muss mindestens Schnittschutz-Handschuhe, eine Schnittschutz-Hose (oder Beinschoner) und Forst-Schnittschutz-Schuhe umfassen. Das Ganze kann mit Armschützern, Schienbeinschützern oder Schnittschutz-Jacken ergänzt werden, die Schultern, Arme und Brustkorb schützen. Es gibt zum Beispiel Softshells mit abnehmbaren Ärmeln, die mit Forstärmeln kompatibel sind. Man findet auch Schnittschutz-T-Shirts, die Unterarme, Rumpf und Bauch vor Schnitt- und Durchstichrisiken schützen. Fachleute verwenden auch Forsthelme, Gehörschutz und Spezialhandschuhe (Holzfäller, Landschaftsgärtner, Dornen und Gestrüpp, etc).

Wenn ein Produkt nach der Norm EN 381 zertifiziert ist, muss der Hersteller die entsprechende Schutzklasse angeben. Diese Klasse ist von 0 bis 3 aufgelistet, von der schwächsten bis zur höchsten, und steht in direktem Zusammenhang mit der Kettengeschwindigkeit der Handsäge.
Die Zahl, die die Norm EN 381 ergänzt, definiert den betreffenden Kleidungstyp. Zum Beispiel EN 381-7 für Schutzhandschuhe mit Verstärkungen gegen Kettensägen, EN 381-9 für Schutzgamaschen und EN 381-11 für Arbeitskleidung zum Schutz des Oberkörpers (Jacken oder Armschützer). Die Norm EN 381-5 betrifft Schnittschutz-Hosen für Kettensägenbenutzer. Der Schutz muss die gesamte Beinlänge sowie zusätzliche 20 cm ab dem Schritt abdecken. Diese Norm EN 381-5 unterscheidet 3 Arten des Beinschutzes.
Der Typ A ist für Fachleute in der Baumpflege und Forstwirtschaft ausreichend. Nur besonders gefährliche Situationen erfordern Hosen vom Typ C, oder wenn der Benutzer den Umgang mit der Kettensäge noch nicht beherrscht. Da Typ B sehr wenig verwendet wird, verschwindet er in der neuen Norm EN 11393-2 und entwickelt sich zu einem neuen Design B, das Clip-Beinschonern (Chaps-Stil) entspricht, die bei Bedarf über die Schutzhose befestigt werden. Praktischer und weniger einschränkend ist dieses neue System ideal für Baumpfleger-Kletterer.

Neben dieser wichtigen Änderung vereinfacht die neue Norm EN ISO 11393 das Lesen der Anforderungen für Fachleute und übernimmt dabei die wesentlichen Elemente der Norm EN 381. Sie führt neue Prüfverfahren für die Schnittfestigkeit verschiedener Kleidungstypen (Beinschutz, Schuhe, Handschuhe, Gamaschen und Schutzjacken) ein. Die Tests müssen sich nicht mehr nur auf eine einzige Kleidungsgröße beziehen, sondern auch auf die Extreme (die kleinste und die größte). Die Norm EN ISO 11393-5 ersetzt die Norm EN 381-9 und erlaubt keine Zertifizierung von Schutzgamaschen unter Klasse 1 (Kettensägengeschwindigkeit von 20 m/s) mehr. Seit dem 19. November 2021 müssen alle neuen Zertifizierungen nach der Norm EN ISO 11393 gekennzeichnet werden.
