Welche Änderungen gibt es 2022 für die Norm der Sicherheitsschuhe EN ISO 20345?

Das Jahr 2022 sieht eine Weiterentwicklung der Norm für Sicherheitsschuhe EN 20345. Nach und nach werden alle neuen Modelle nach der Norm EN ISO 20345 : 2022 anstelle der Norm EN ISO 20345 : 2012 zertifiziert. Diese Änderung soll die Einführung mehrerer bedeutender Entwicklungen ermöglichen, insbesondere in Bezug auf die Anforderungsniveaus für die Durchstichfestigkeit. Die Hersteller haben das Recht, während des gesamten Jahres 2022 noch die alte Norm zu verwenden, aber der Übergang muss in den nächsten 5 Jahren erfolgen, bevor Schuhmodelle, die die alte Zertifizierung verwenden, nicht mehr der nun gültigen Norm entsprechen.

 

Inhaltsverzeichnis: 

 

 

 

Die neuen durchstichfesten Kennzeichnungen

 

Bisher umfasste die P-Kennzeichnung alle Tests, die an durchstichfesten Platten durchgeführt wurden, seien sie metallisch, aus Textil oder aus Verbundmaterial. Ab sofort betrifft sie nur noch metallische durchstichfeste Platten. Für die anderen erscheinen zwei neue zusätzliche Normen:
 

  • Kennzeichnung [PS] ("small"): Durchstichfest für Tests mit einer feinen Spitze von 3 mm
  • Kennzeichnung [PL] ("large"): Durchstichfest für Tests mit einer breiten Spitze von 4,5 mm

 

Wie bisher ist die zusätzliche P-Norm (durchstichfest) automatisch in der Zertifizierung der S3-Sicherheitsschuhe enthalten. Aber man muss nun zwischen S3S-Schuhen (PS-Kennzeichnung) und S3L-Schuhen (PL-Kennzeichnung) unterscheiden, je nach Art der für den Test verwendeten Spitze. Da das Anforderungsniveau für feine Spitzen (PS) höher ist, bedeutet dies, dass die durchstichfesten Sohlen verstärkt werden müssen mit Textil- oder Verbundplatten, die schwerer, dichter und weniger flexibel sind.

 

Allgemein gilt: Wenn keine der beiden Kennzeichnungen (S oder L) angegeben ist, handelt es sich um S1P-Schuhe oder S3, die auf metallischen durchstichfesten Platten getestet wurden.

 

 

Vereinfachung der Rutschfestigkeit

 

Die ab 2022 eingeführte neue Norm sieht das Verschwinden der 3 folgenden Kennzeichnungen vor, die üblicherweise zur Bewertung einer rutschfesten Sohle verwendet wurden:

 

Alte Kennzeichnungen (aufgegeben):

  • [SRA] - Rutschfestigkeit auf keramischen und seifigen Böden
  • [SRB] - Rutschfestigkeit auf stählernen und öligen Böden
  • [SRC] - Rutschfestigkeit auf keramischen, stählernen, seifigen und öligen Böden

 

Um die grundlegende Anforderung [SB] zu erfüllen, müssen alle Sicherheitsschuhe einen Rutschfestigkeitstest auf gefliesten Böden mit Reinigungsmittel (Laurylsulfat) bestehen, was dem SRA-Niveau entsprach. Die zu selten anzutreffende SRB-Kennzeichnung für stählerne und ölige Böden wird zugunsten einer neuen zusätzlichen SR-Kennzeichnung aufgegeben. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass der Test der SR-Kennzeichnung tatsächlich mit Öl, aber auf einem gefliesten Boden verwendet wird.

 

Grundlegende Anforderungen [SB]:

  • Widerstandsfähigkeit der Schutzkappe gegen Stoß (200 Joule) und Quetschung (1500daN)
  • Widerstandsfähigkeit, Unbedenklichkeit und Leistung der Materialien
  • Ergonomie und Komfort des Schuhs
  • Schutz gegen Ausrutschen (Keramikboden/Seifenwasser)

 

Zusätzliche Anforderung:

  • Kennzeichnung [SR] - Rutschfestigkeit auf keramischen und öligen Böden

 

 

Optionale Kohlenwasserstoffbeständigkeit

 

Dieser Punkt betrifft hauptsächlich Fachkräfte, die einer Umgebung mit Kohlenwasserstoffen ausgesetzt sind. Tatsächlich wird die FO-Norm zusätzlich und ist nicht mehr standardmäßig für Sicherheitsschuhe erforderlich. Eine [FO]-zertifizierte Sohle überschreitet nicht die 12% Volumenvergrößerung, wenn sie mit Kohlenwasserstoffen in Kontakt kommt.

 

Zusätzliche Anforderung:

  • Kennzeichnung [FO] - Kohlenwasserstoffbeständigkeit

 

SC und LG: 2 neue zusätzliche Anforderungen

 

Um mehr Klarheit über die tatsächliche Wirksamkeit von Überkappen zu schaffen, fügt die neue Norm die optionale SC-Kennzeichnung hinzu. Ein Paar Schuhe kann diese Kennzeichnung für Steinschlagschutz-Überkappen erhalten, wenn sie eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb erreichen. Die zweite Ergänzung betrifft die abgesetzten Absätze, die, wenn sie eine bestimmte Größe erreichen, Anspruch auf die LG-Anforderung haben können.

  • Kennzeichnung [SC] - Abriebfestigkeit der Steinschlagschutz
  • Kennzeichnung [LG] - Grip-System, abgesetzter Absatz

 

 

Hinzufügung der Normen S6 und S7

 

Um die Wasserdichtheitseigenschaften bei allen Schuhen (WR) oder nur beim Schaft (WRU) besser hervorzuheben, erscheinen die Kennzeichnungen S6 und S7.

 

  • Kennzeichnung [S6] = S2 WR (vollständig wasserdichte Schuhe, ohne durchstichfeste Sohlen)
  • Kennzeichnung [S7] = S3 WR (vollständig wasserdichte Schuhe, mit durchstichfesten Sohlen)
  • Kennzeichnung [S7L] = S3L WR (vollständig wasserdichte Schuhe, mit durchstichfesten Sohlen, breite Spitze)
  • Kennzeichnung [S7S] = S3S WR (vollständig wasserdichte Schuhe, mit durchstichfesten Sohlen, feine Spitze)

 

In der Praxis ermöglicht dies die Unterscheidung zwischen S3-Schuhen nur WRU, S7-Schuhen die WRU mit einer WR-Membran sind, oder auch S3 WR-Schuhen (mit einer WR-Membran aber ohne WRU-Eigenschaften). Langfristig wird die Verwendung der WRU-Kennzeichnung in WPA umbenannt.

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