Der Polizeioffizier gehört zu den ersten Sicherheitskräften in Frankreich. Seine Hauptaufgabe ist vor allem, die Sicherheit von Personen, Gütern und Institutionen zu gewährleisten. Er handelt Tag und Nacht, in Uniform oder in Zivil je nach Art des Einsatzes, direkt vor Ort, wo er Führungsaufgaben wahrnimmt.
Inhaltsverzeichnis:
Zu seinen zahlreichen Aufgaben gehören: Operationen befehligen, den öffentlichen Raum überwachen, die Kriminalität bekämpfen, Feldermittlungen durchführen, Festnahmen vornehmen, Verhöre führen, Protokolle verfassen…
Mehrere Voraussetzungen sind notwendig, um Polizeioffizier zu werden, aber man muss zwingend den Aufnahmewettbewerb für die Polizeischule bestehen.
Die Zulassungsvoraussetzungen für den Wettbewerb:
Höchstens 35 Jahre am 1. Januar des Wettbewerbsjahres
BAC+3 oder gleichwertig
Französische Staatsangehörigkeit
Sauberes Führungszeugnis
Gute körperliche Verfassung, gute Moral
Der Aufnahmewettbewerb umfasst 3 Etappen:
Um den Aufnahmewettbewerb zu bestehen, müssen mehrere Prüfungen absolviert werden: die Zulassungsprüfung, die Voradmissionsprüfung und die Zulassungsprüfung.
Die Zulassungsprüfung besteht aus schriftlichen Prüfungen (Allgemeinbildung, Lösung eines Praxisfalls, Prüfungen in Recht und Strafverfahren). Wenn diese Prüfung bestanden wird, müssen anschließend die Voradmissionstests (körperliche Übungstests) absolviert werden, und wenn diese Etappe geschafft wird, endet der Wettbewerb mit der Zulassungsprüfung (psychotechnische Tests, Gespräch mit der Jury).
Nach bestandener Prüfung dauert die bezahlte Ausbildung des Polizeioffiziers an der Polizeischule 18 Monate.
Es ist tatsächlich möglich, die Stelle eines Polizeioffiziers ohne Abitur zu erreichen, dank des internen Wettbewerbs. Dafür muss man zunächst den Wettbewerb für Friedenswächter bestehen, der kein Diplom erfordert und bereits ab 17 Jahren absolviert werden kann.
Nach erfolgreichem Bestehen dieses Wettbewerbs und erst nach 4 Jahren der Verbeamtung kann der Friedenswächter am internen Wettbewerb für Polizeioffizier ohne die Diplomvoraussetzung teilnehmen.
Der Polizeioffizier gehört zum Führungskorps der nationalen Polizei, das drei Dienstgrade umfasst (in aufsteigender Reihenfolge): Polizeileutnant, Polizeihauptmann und Polizeikommandant.
Die Laufbahnentwicklungen erfolgen nach Dienstgrad: Damit der Polizeioffizier zum nächsten Dienstgrad aufsteigt, muss er Stufen erklimmen, je nach seiner Dienstzeit, und einen entsprechenden Antrag stellen. Es ist auch möglich, zum Konzeptions- und Führungskorps durch interne Wettbewerbe zu gelangen, vorausgesetzt, man hat 4 Jahre Dienstzeit.
Das Gehalt des Polizeioffiziers hängt vom Status und Dienstgrad ab, hier ein Beispiel (Vergütungen zum 1. Januar 2020 in der Pariser Region):
Offiziersanwärter: 1.303 €,
Praktikant: 1.657 €,
Polizeileutnant: von 2.252 bis 3.363 €,
Polizeihauptmann: von 2.958 bis 3.656 €,
Polizeikommandant: von 3.177 € bis 3.833 €
Der Polizeioffizier kann sich in mehreren Bereichen spezialisieren (technische und wissenschaftliche Polizei, Kriminalpolizei…) je nach seinem Dienstgrad und seiner Dienstzeit.
Er kann Interventionsgruppen beitreten (Äquivalent zur GIGN für die Gendarmerie) wie die GIPN (Interventionsgruppe der nationalen Polizei), das RAID (Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion) oder die BRI (Such- und Interventionsbrigade).
Aber auch Republikanische Sicherheitskompanien (CRS), die Anti-Kriminalitätsbrigade, die Familienschutzbrigade, die Rauschgiftbrigade, die Reiterbrigade, Motorradpolizist werden, Diensthundeführer, oder auch Ausbilder für körperliche und berufliche Aktivitäten (APP)...